KTM gewinnt #RCCO24, Last-minute-Titel für Eldert Hedden


17.11.2019 Spannung bis zur letzten Minute: Mit einem einzigen Punkt Vorsprung hat sich Eldert Hedden vom berühmten Team Joest Racing den Fahrertitel in der „großen kleinen“ Elektro-Rennserie RCCO gesichert. Den Sieg beim #RCCOSupersprint am Freitagabend erkämpfte er sich dabei genauso im letzten Moment wie den dritten Platz beim 24-Stunden-Rennen, das mit einem überlegenen Sieg des KTM-Teams PROTOTYP-Shell endete.

Was für ein Finale in der Autostadt in Wolfsburg! In der neuen Eventlocation „Hafen 1“ direkt neben dem Ritz Carlton Hotel spielte sich schon am Freitagabend ein echter Krimi ab: Beim traditionellen Supersprint am Vorabend des 24-Stunden-Rennens schien Michael Niemas mit seinem KTM X-BOW Vision RCCO dem Sieg entgegenzufahren, als sich der Modellbaukünstler 30 Sekunden vor Rennende einen für ihn extrem ungewöhnlichen Fehler leistete: Niemas drehte sich in der Spitzkehre und fiel so hinter Eldert Hedden zurück, der ihn in den Runden davor massiv unter Druck gesetzt hatte.

Mit seinem dritten Saisonsieg übernahm der Lamborghini-Pilot vor dem alles entscheidenden 24-Stunden-Rennen die Führung in der Fahrerwertung, die aber während das Langstreckenklassikers angesichts der dominanten Vorstellung des Teams PROTOTYP-Shell immer weiter zusammenschrumpfte. Kurz vor Rennende lag der Joest-Lamborghini nur auf dem vierten Platz. Bei diesem Ergebnis hätte KTM-Pilot Björn Skottke den Titel geholt. Weil der drittplatzierte Volkswagen wegen eines technischen Defekts aber noch einmal außerplanmäßig an die Box kommen musste, holte die Joest-Mannschaft in letzter Sekunde noch den dritten Platz und Eldert Hedden die entscheidenden Punkte im Titelkampf.

Ein einziger Punkt trennt Hedden und Skottke nach elf Rennen. Eine so knappe Entscheidung hatte es in der bald 30-jährigen Geschichte der „großen kleinen“ Rennserie nur einmal gegeben, als sich Skottke 2017 mit ebenfalls einem Punkt Vorsprung gegen Volkswagen-Pilot Kim Hauschild durchsetze. Dieses Mal zog „Skottie“ den Kürzeren.

Eldert Hedden ist damit in 29 Jahren erst der zweite Fahrer, der die RCCO-Fahrerwertung mehr als zweimal gewonnen hat. Gleich nach der Zieldurchfahrt dekorierte er seinen Lamborghini Centenario RCCO entsprechend mit drei Sternen. „Mann-Mann-Mann – was für ein Wochenende!“, zeigte sich Hedden nach dem nicht mehr erwarteten Titelgewinn ziemlich sprachlos. „Es war ein großartiges Rennen mit einem Wechselbad der Gefühle für uns. Und insgesamt wieder eine tolle RCCO-Saison.“

Die Weltpremiere der neuen digitalen Slotcar-Generation sorgte erwartungsgemäß für ein turbulentes Rennen. Fast alle Teams hatten mit Kinderkrankheiten am komplett neuentwickelten Chassis zu kämpfen, das erst im letzten Moment fertiggestellt worden war und praktisch ohne Testfahrten in das härteste Rennen der Saison ging. „Das Ganze war ein kleiner Höllenritt für alle Beteiligten“, sagte Daniel Bäumler vom Team Volkswagen Motorsport-Phoenix Racing. „Aber durchaus spannend, neue Technik sofort unter solchen Bedingungen zu testen. Wir haben wahrscheinlich in 24 Stunden mehr gelernt, als wir es in einer halben Saison mit dem Fahrwerk getan hätten.“

Die beiden Konstrukteure Fola Osu und Michael Niemas äußerten sich nach dem Marathon ähnlich: „Wir sind mit der Weltpremiere sehr zufrieden. Die Kleinigkeiten, die aufgetreten sind, lassen sich leicht beheben. Die neuen Autos haben allen Fahrern sehr viel Spaß gemacht, sind gut zu fahren, sehr schnell und unheimlich effizient. Wir hatten einen viel geringeren Reifenverschleiß als mit den alten Autos.“

Fast 300 Kilometer legte der siegreiche KTM X-BOW Vision RCCO auf dem rund 60 Meter langen RCCO E-Raceway in der Autostadt zurück – eine bemerkenswerte Strecke. Ebenfalls bemerkenswert: Mit dem unheimlich schnellen Motorrad-Nachwuchspiloten Dirk Geiger, der neuen Damenmeisterin Luisa Skottke und Fola Osu standen gemeinsam mit Michael Niemas und Björn Skottke drei RCCO-Rookies am Drücker des Siegerwagens. Dafür hatten sie den klaren Vorteil, die beiden Konstrukteure des neuen Chassis im Team zu haben.

Platz zwei ging an die Audi-Mannschaft von tv racing, der erstmals seit 2015 wieder ein Podiumsergebnis beim 24-Stunden-Rennen gelang. „Wir waren best of the rest, allerdings hat das Glück eine große Rolle gespielt“, sagte Thomas Voigt. „Wenn alle Teams die neue Technik im nächsten Jahr genauso gut kennen und beherrschen wie Michael Niemas und Fola Osu, wird es wieder ein engeres Rennen geben, davon bin ich überzeugt. Der extrem enge Kampf um die Plätze zwei, drei, vier und fünf hat das bereits angedeutet. Außerdem sind Fola und Dirk zwar Rookies gemäß RCCO-Statuten, aber echte Slotcar-Profis. Sich mit ihnen zu messen, macht Spaß.“

Zünglein an der Waage spielten dieses Mal auch zahlreiche Stop-and-Go-Strafen, die zum Beispiel den Vorjahressiegern ein mögliches Podium kosteten. NEXGENracing hatte sich am Sonntagvormittag mit dem ABT Vision RCCO gerade in die Top Drei nach vorne gekämpft, als sie durch eine vierminütige Stop-and-Go-Strafe zurückgeworfen wurden. Mit der Pole-Position hatte die ABT-Mannschaft im Qualifying gezeigt, dass der Sieg 2018 kein Zufallstreffer war.

Bemerkenswert war auch das Rennen der Ring-Taxi RACER: Obwohl die Eifel-Mannschaft gleich zu Beginn wegen eines technischen Problems fast 250 Runden verlor, gab das Team nicht auf und brachte auch den Schaeffler Vision RCCO ins Ziel.

Weiter geht es in der RCCO Ende März mit dem ersten Rennen der Saison 2020 in Hamburg. Langweilig wird es den Teams und Fahrern dabei nicht: Es müssen neue Autos gebaut werden, zudem sind im Winter erste Testrennen der virtuellen RCCO E-Sport Series geplant.



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