Der ganz normale Wahnsinn

Absoluter Höhepunkt der „großen kleinen“ Rennserie ist jedes Jahr das 24-Stunden-Rennen.

Die Wahnsinnsidee stammte von Thomas Zwicker, damals Redakteur bei „rallye racing“. „Lasst uns ein 24-Stunden-Rennen fahren“, warf der Le-Mans-Fan in die Runde. Er konnte nicht ahnen, dass sein spontaner Einfall für bare Münze genommen und flugs in die Realität umgesetzt werden würde. Wenige Monate später, am 31. August 1991 um Punkt 12 Uhr, wurden im Renncenter Hamburg am Braamkamp unter Leitung von Rennleiter Michael Franz die „1. 24 Stunden von Hamburg“ gestartet. Und weil in der „großen kleinen“ Rennserie schon immer alles möglichst so sein sollte wie im „richtigen“ Motorsport, waren die wichtigsten Parameter dieselben wie bei einem „echten“ 24-Stunden-Rennen: maximal vier Fahrer pro Team, kein Tausch des Chassis erlaubt, absolute Dunkelheit bei Nacht, Reparaturen nur in der Boxengasse gestattet.

Was viele zunächst für einen absoluten Wahnsinn hielten, entwickelte sich schnell zum absoluten Höhepunkt im Kalender der „großen kleinen“. Nur zweimal 1999 und 2016, musste das Rennen aus Termingründen abgesagt werden. Vom ursprünglichen Termin mitten im Sommer wurde das 24-Stunden-Rennen später in den Herbst verlegt. Seit dem Jahr 2004 bildet das wohl verrückteste Rennen traditionell den Saisonabschluss der „großen kleinen“ Rennserie.

 

Von 1991 bis 2000 war das Renncenter Hamburg Schauplatz des Langstrecken-Klassikers, dessen Hauptsponsor jahrelang der Reifenhersteller Dunlop war. Pressechef Peter Schmidt ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu den Rennen zu kommen, am Vorabend zum „The night before the race dinner“ einzuladen und Sonntagmittag die Pokale und Preise – oft Gutscheine für Dunlop-Reifen – zu übergeben.

Le-Mans-Atmosphäre – ein Bild der analogen sechsspurigen Südschleife, die zuletzt 2011 zum Einsatz kam

Mit Unterstützung von Peter Schmidt reifte die Idee, eine eigene Strecke für das 24-Stunden-Rennen zu bauen. Das Ergebnis war der sechsspurige HH Speedway, auf den an verschiedenen Locations von 2001 bis 2007 sieben Mal der RCCO-Saisonhöhepunkt ausgetragen wurde.

 

Nach dem Umzug des HH Speedway samt Vermarkter Ossi Kragl an den Nürburgring fand das 24-Stunden-Rennen 2008 erstmals (und bisher einmal) auf einer rund 60 Meter langen Strecke im Racing Center Hamburg in Hamburg-Wandsbek statt.

 

2009 kehrte der Klassiker auf den nun „Südschleife“ genannten HH Speedway zurück. Der Austragungsort Nürburgring war bei den überwiegend aus Hamburg stammenden Teams im Vorfeld höchst umstritten. Doch die tolle Veranstaltung in der Dunlop-Lounge gegenüber der Haupttribüne des Nürburgrings war ein voller Erfolg.

 „Eine tolle Location, die Segnung des Pfarrers, Zweikämpfe im Gegenlicht der untergehenden Sonne über den Nürburgring, tolles Catering, hitzige Diskussionen, sich vertragende Kontrahenten, ehrliche Gratulationen, Freude über das Ergebnis des anderen, der Sieg eines Modells dessen Original beim 24h-Rennen gefahren ist, die Freude eines 5-fachen Le-Mans-Siegers, der endlich mal ein kleines 1 : 24er-Rennen gewonnen hat, ein Rennen, bei dem es auch auf die Boxenarbeit ankam … Ich weiß nicht ob man (Ossi und Thomas) das noch steigern kann!!!“, schwärmte Matthias Parke nach der gelungenen Premiere stellvertretend für viele im Internet-Forum auf www.rcco.de. „Das war jedenfalls einsame Spitze!“

High Five – Der fünfmalige Le-Mans-Sieger Frank Biela gewann das 24-Stunden-Rennen der RCCO fünfmal in Folge, dreimal am Nürburgring (2009, 2010, 2011) und zweimal in Hamburg-Harburg (2012,2013)

Insgesamt dreimal wurde das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring ausgetragen. Dabei gelang dem Team tv racing mit Frank Biela, Thomas Voigt, Matthias Parke und Christian Schön ein Hattrick: Dreimal in Folge siegte die Audi-Mannschaft in der Eifel.

 

„Back to the roots“ hieß es dann 2012: Nach drei Gastspielen in der Eifel kehrte das vielleicht verrückteste Langstrecken-Rennen der Welt in seine Heimat zurück. Neuer Schauplatz wurde dank Vermittlung von RCCO-Altmeister Andreas „Big Mag“ Göhring das Foyer der TuTech Innovation GmbH im channel hamburg – mit einer Premiere: Zum ersten Mal überhaupt wurde ein 24-Stunden-Rennen auf einer dreispurigen digitalen Rennstrecke des Spezialherstellers Slotfire ausgetragen. Das Novum: Dank der digitalen Weichen wurden die obligatorischen Spurwechsel überflüssig. Die sechs Autos fuhren erstmals auf der Ideallinie und verließen zum Überholen ihre Spur.

Die Reise ins Ungewisse, mithilfe der Slotcar-Experten vom Slotracing Werk in Hamburg gemeistert wurde, war ein voller Erfolg. Zahlreiche Zuschauer und VIP-Gäste erlebten auf der rund 60 Meter langen Slotfire-Strecke packende Duelle und ein bis in die frühen Morgenstunden hinein völlig offenes Rennen. Das Fazit der meisten Fahrer: „Das macht viel mehr Spaß als analoges Slotracing – ab jetzt fahren wir nur noch digital!“

 

Unverändert blieb zunächst das Siegerteam: tv racing setzte sich auch 2012 und 2013 durch und holte damit fünf Siege in Folge, ehe sich 2014 das Volkswagen-Team von Daniel Bäumler durchsetzte – nach 24 Stunden mit gerade einmal vier Runden Vorsprung. Umgerechnet betrug der Vorsprung der Sieger Daniel Bäumler, Jürgen Jungklaus, Frank Schüler und Stefan Waschow am Ende weniger als 60 Sekunden. Nach 2007, als der Abstand zwischen Sieger und Zweitplatzierten sogar nur zwei Runden betrug, war es die knappste Entscheidung in der Geschichte des „großen kleinen“ Rennens – und gefühlt wahrscheinlich sogar die spannendste, denn auch der drittplatzierte Joest-Bentley lag nach 24 Stunden mit nur 23 Runden Rückstand noch in Schlagdistanz.

Wie im richtigen Leben – Reifenverschleiß (man beachte den Gummiabrieb auf der Strecke) und das richtige Setup spielen beim 24h-Rennen eine entscheidende Rolle

Ähnlich spannend war die 2015er-Auflage des Langstrecken-Klassikers, in dem sich das McLaren-Team der Lokalmatadoren Robert Müller, Luca Müller und Frank Wilke durchsetzte. Einen entscheidenden Anteil am „Heimsieg“ der mag channel racer in Hamburg-Harburg hatte Michael Niemas, einer der anerkannt besten Slotcar-Racer und Modellbauer der Welt.

 

2016 verzichtete die RCCO auf den traditionellen Saisonabschluss, um die Entwicklung des Projekts „#VisionRCCO“ voranzutreiben. Die neuen E-Sportwagen-Studien von ABT, Audi, KTM, Lamborghini, Schaeffler und Volkswagen ließen das gesamte Starterfeld noch enger zusammenrücken. Die Weltpremiere der neuen Autos im März 2017 im Automuseum PROTOTYP in Hamburg war ein voller Erfolg.

„Die neuen Autos sehen toll aus und fahren sich super“, schwärmte Dr. Wolfgang Warnecke, Chief Scientist Mobility bei Shell, einer der Architekten des Konzepts und einer der Fahrer des siegreichen KTM X-BOW Vision RCCO. „Das neue Reglement, einerseits die verschiedenen teilnehmenden Autos in ihrer Konstruktion und damit Wettbewerbsfähigkeit enger zusammenzubringen, aber gleichzeitig ‚Visionen‘ für zukünftige Fahrzeuge vorzudenken, funktioniert. Ich kann allen, die daran mitgearbeitet haben – und das waren sehr viele – nur gratulieren.“

 

 

Gelungene Premiere – im März 2017 feierten die neuen #VisionRCCO-Rennwagen ihre Weltpremiere beim 24-Stunden-Rennen im Automuseum PROTOTYP in Hamburg

„Ich habe rundenlang auf das falsche Auto geschaut – meins war schon lange draußen ...“
Ralf Jüttner über seine erste Nacht beim 24-Stunden-Rennen

fand das 24-Stunden-Rennen zum ersten Mal statt – und seitdem jedes Jahr mit Ausnahme von 1999 und 2016

1991

Pinnwand #RCCO24

Kampfspuren – dieser Porsche Cayman kam nicht ungeschoren durch die Nacht

Kondition gefragt – 24 Stunden Slotcar sind nichts für Weicheier

Förderer – ohne Peter Schmidt von Dunlop wäre das Rennen nicht Realität geworden

Panischer Blick – „Körni“ bei einem nächtlichen Boxenstopp

Die ersten Sieger – Dirk Branke, Roland Schäffer und Chris Vogler 1991

Siegerliste

JahrSiegerZweiterDritterDamen-SiegerinPDF
1991Toyota
R. Schäffer
D. Branke
C. Vogler
. Badenkopf
Porsche
T. Voigt
M. de Vries
J. Bobsien
H. Müller
Toyota
M. Kolbe
C. Vogler
. Heise
J. Bobsien
Jaguar
M. Behrend
U. Wetzels
1992Porsche
T. Voigt
M. de Vries
G. Frauenkron
T. Wedemann
Ford
R. Schäffer
D. Branke
J. Bobsien
M. Droste
Porsche
H. Müller
M. Neschki
M. Hebestreit
G. Peters
Porsche
M. Hebestreit
G. Peters
1993Audi
T. Voigt
M. de Vries
H. Eckhardt
W. Rudschies
Mitsubishi
H. Müller
J. Bobsien
G. Peters
M. Hebestreit
Ford
R. Schäffer
C. Volger
D. Branke
F. Kinzer
Mitsubishi
G. Peters
M. Hebestreit
1994Porsche
T. Voigt
M. de Vries
W. Rudschies
P. Huhn
Ferrari
C. Schön
H. Eckhardt
S. Pajung
J. Linnewedel
Porsche
S. Maassen
G. Frauenkron
J. Schramek
N. Burkart
Toyota
G. Peters
M. Hebestreit
A. Neumeyer
K. Martens
1995Opel
T. Voigt
A. Voigt-Neumeyer
M. de Vries
T. Zwicker
Nissan
U. Wedemann
S. Maassen
G. Frauenkron
N. Burkart
Ferrari
S. Scheller
C. Schön
M. Franzen
W. Rebbin
Opel
A. Voigt-Neumeyer
1996Opel
T. Voigt
A. Voigt-Neumeyer
S. Pajung
A. Göhring
Porsche
K. Martens
T. Körner
T. Schaller
J. Linnewedel
Nissan
S. Scheller
T. Frauenkron
J. Schramek
M. Franzen
Opel
A. Voigt-Neumeyer
1997Ferrari
G. Peters
G. Frauenkron
J. Schramek
S. Maassen
Alfa Romeo
T. Voigt
A. Neumeyer
S. Pajung
C. Schön
Alfa Romeo
J. Peters
B. Skottke
A. Göhring
M. Schneider
Ferrari
G. Peters
1998Alfa Romeo
T. Voigt
A. Voigt-Neumeyer
S. Pajung
C. Schön
Ferrari
G. Peters
G. Frauenkron
J. Schramek
A. Göhring
Porsche
J. Peters
O. Kragl
M. Hube
M. Schneider
Alfa Romeo
A. Voigt-Neumeyer
2000Porsche
G. Peters
B. Skottke
O. Kragl
A. Göhring
Porsche
T. Voigt
A. Neumeyer
S. Pajung
C. Schön
Porsche
J. Peters
. Körner
T. Schaller
M. Neschki
Porsche
G. Peters
2001Peugeot
S. Barthmann
J. Hedden
E. Hedden
M. Schneider
Porsche
G. Peters
B. Skottke
O. Kragl
A. Göhring
Mitsubishi
N. Krell
S. Filip
T. Schulz
R. Neschki
Peugeot
S. Barthmann
2002Porsche
G. Peters
B. Skottke
O. Kragl
A. Göhring
Alfa Romeo
T. Voigt
C. Schön
A. Dietzel
M. Lungstrass
Peugeot
S. Barthmann
J. Hedden
E. Hedden
M. Schneider
Porsche
G. Peters
2003Porsche
T. Voigt
A. Dietzel
C. Schön
S. Maassen
Corvette
G. Peters
R. Müller
O. Kragl
A. Göhring
Porsche
S. Filip
T. Schulz
V. Paulun
M. Meyer
Corvette
G. Peters
2004Subaru
E. Hedden
J. Hedden
V. Paulun
R. Jüttner
Honda
S. Filip
M. Neschki
T. Körner
J. Hennen
Nissan
A. Göhring
R. Müller
T. Kragl
G. Peters
Nissan
G. Peters
2005Nissan
A. Göhring
R. Müller
O. Kragl
G. Peters
Subaru
E. Hedden
J. Hedden
V. Paulun
R. Jüttner
Porsche
T. Voigt
A. Dietzel
C. Schön
F. Diefenbacher
Nissan
G. Peters
2006Subaru
E. Hedden
J. Hedden
V. Paulun
B. Skottke
Lamborghini
T. Voigt
A. Dietzel
C. Schön
F. Biela
Nissan
A. Göhring
R. Müller
O. Kragl
G. Peters
Nissan
G. Peters
2007Nissan
A. Göhring
O. Kragl
R. Müller
M. Neschki
Lamborghini
J. Hennen
H. Schmid
T. Körner
B. Skottke
Subaru
E. Hedden
R. Jüttner
T. Paulun
W. Rebbin
Lamborghini
B. Wiesel
G. Peters
2008Lamborghini
J. Hennen
T. Körner
M. Parke
H. Schmid
Subaru
E. Hedden
V. Paulun
P. Schwarz
B. Skottke
Honda
D. Bäumler
K. Kirchner
M. Neschki
J. Schumacher
Nissan
G. Peters
2009Audi
F. Biela
M. Parke
C. Schön
T. Voigt
Subaru
E. Hedden
J. Hedden
A. Göhring
P. Schwarz
Alfa Romeo
O. Kragl
R. Müller
M. Neschki
G. Peters
Alfa Romeo
G. Peters
2010Audi
F. Biela
C. Schön
M. Parke
T. Voigt
Subaru
E. Hedden
R. Jüttner
J. Hedden
B. Skottke
Porsche
M. Ragginger
D. Sommer
M. Scharre
J. Kragl
Volkswagen
B. Wiesel
2011Audi
F. Biela
M. Parke
C. Schön
T. Voigt
Subaru
E. Hedden
J. Hedden
R. Jüttner
B. Skottke
Volkswagen
D. Bäumler
J. Schumacher
B. Wiesel
J. Stüdemann
Volkswagen
B. Wiesel
2012Audi
F. Biela
. Phantom
H. Schmid
T. Voigt
Audi
K. Hauschild
J. Kragl
L. Schmid
M. Winkelhock
Subaru
E. Hedden
R. Jüttner
V. Paulun
B. Skottke
Audi
L. Schmid
2013Audi
F. Biela
C. Schön
H. Schmid
T. Voigt
Volkswagen
D. Bäumler
J. Jungklaus
J. Schumacher
S. Waschow
Bentley
E. Hedden
R. Jüttner
V. Paulun
B. Skottke

.
2014Volkswagen
D. Bäumler
J. Jungklaus
S. Waschow
F. Schüler
Audi
F. Biela
J. Hennen
M. Molina
T. Voigt
Bentley
E. Hedden
V. Paulun
W. Rebbin
B. Skottke
McLaren
G. Peters
2015McLaren
F. Wilke
L. Müller
R. Müller
M. Niemas
Audi
F. Biela
J. Hennen
M. Molina
T. Voigt
Bentley
E. Hedden
V. Paulun
R. Jüttner
B. Skottke
BMW
G. Peters
2017KTM
M. Niemas
O. Schmidt
B. Skottke
W. Warnecke
Volkswagen
D. Bäumler
K. Hauschild
J. Jungklaus
J. Schumacher
S. Waschow
Schaeffler
F. Biela
T. Borda
J. Kragl
O. Kragl
ABT
G. Peters

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